Tipps für die Bareinzahlung auf das Geschäftskonto

Abbildung 1: Immer mehr löst die bargeldlose Bezahlung das Bargeld ab. Doch es gibt immer noch viele Kunden, die die Kartenzahlung ablehnen, sodass in den Unternehmen immer noch viel Bargeld in Umlauf ist.

 

Tipps für die Bareinzahlung auf das Geschäftskonto

Immer mehr Menschen bezahlen gerne bargeldlos, aber nicht immer und überall. Es gibt noch Bereiche, in denen Barzahlung üblich ist, beispielsweise in einer Bäckerei. Deshalb brauchen Unternehmen auch eine Möglichkeit, Bargeld auf ihr Geschäftskonto einzahlen zu können. Doch nicht alle Banken bieten diesen Service an. Deshalb eignen sich nicht alle Geschäftskonten gleichermaßen gut für ein Unternehmen, das noch täglich viel mit Bargeld zu tun hat.

Manche Banken bieten die Möglichkeit Bargeld einzuzahlen, aber nicht alle Angebote sind dabei komfortabel oder kostengünstig. Die Angebote wirken zunächst attraktiv, doch bei näherer Betrachtung stellt sich dann heraus, dass die Möglichkeiten nicht zum eigenen Geschäftsmodell passen. 

Oft raten die Banken dazu, dass sich Unternehmen, die regelmäßig Bargeld einzahlen müssen, eine Bank suchen mit möglichst großem Filialnetz. Insbesondere für Restaurants, Einzelhändler oder Dienstleistungsunternehmen ist die Bargeldeinzahlung ein wichtiges Argument für oder gegen eine Bank. Dabei entscheidet gar nicht die Größe des Filial- oder Automatennetzes über die Eignung einer Bank. Vielmehr brauchen Unternehmen eine komfortable Einzahlungsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe. 

 

Geldwäscheprävention – immer die Herkunft belegen

Im Rahmen des Geldwäschegesetzes und der Geldwäscheprävention hat die Bundesregierung die Bargeldeinzahlung erschwert. Für Bareinzahlungen über 10.000 Euro auf das eigene Konto ist ein Nachweis erforderlich, wo das Geld herkommt. Wer Bargeld auf ein fremdes Bankkonto einzahlt, braucht diesen Nachweis bereits ab einer Summe von 2.500 Euro. Unternehmen, die im Vorfeld wissen, dass sie regelmäßig größere Bargeldbeträge auf ihr Konto einzahlen müssen, sind auf der sicheren Seite, wenn sie ihre Bank bereits bei der Kontoeröffnung über diesen Fakt informieren.

Im Tagesgeschäft zahlen viele Gründer das Bargeld auf ihr Privatkonto ein, und überweisen es dann anschließend auf ihr Geschäftskonto, beispielsweise bei der Einzahlung des Stammkapitals einer frisch gegründeten GmbH. Wer so vorgeht, sollte daran denken, immer die Herkunft des Geldes zu benennen. Je klarer die Benennung erfolgt, umso einfacher ist es später nachvollziehbar, wo das Geld herkam. Grundsätzlich ist allerdings davon abzuraten, die Vorgänge auf Privat- und Geschäftskonto derart zu vermischen. Das erschwert die Buchhaltung.

Hinweis: Die höheren Anforderungen für Bargeldeinzahlungen müssen alle Banken erfüllen. Ab 10.000 Euro ist auf jeden Fall ein aussagekräftiger Beleg erforderlich. Da es bezüglich der Durchführung der Geldwäscheprävention keine Vorgaben gibt, können Banken auch schon bei geringeren Beträgen einen Nachweis zur Mittelherkunft verlangen, wenn sie Bedenken haben.

 

Was kosten Bargeldeinzahlungen?

Bei den wenigsten Banken ist es kostenlos, wenn Bargeldeinzahlungen erfolgen. Sie erheben meist einen Mindestbetrag und eine prozentuale Gebühr. Viele Banken machen dabei auch einen Unterschied, ob die Einzahlung an einem Automaten erfolgt ist oder am Bankschalter. Es ist fast immer teurer, am Schalter einzuzahlen. 

Manche Banken bieten hier eine sogenannte Kontingentlösung an. Das heißt, dass der Kunde jeden Monat bis zu einem bestimmten Betrag oder einer festgelegten Anzahl an Einzahlungen keine Gebühren für die Bargeldeinzahlungen leisten muss. Erst wenn es mehr Einzahlungen sind oder der Betrag das Kontigent übersteigt, werden Gebühren fällig. Diese Staffelung passt zu einem Unternehmen, wenn eher selten oder nur kleinere Beträge regelmäßig einzuzahlen sind. 

Hinweis: Für die Bareinzahlung von Münzen auf das Bankkonto erheben einige Banken eine höhere Gebühr. Bei Bareinzahlung am Geldautomaten ist eine Karte erforderlich, die meist ebenfalls gebührenpflichtig ist. 

Um die individuellen Kosten für ein Unternehmen bei Bareinzahlungen auf das eigene Konto zu berechnen, ist es notwendig, verschiedene Punkte zu berücksichtigen:

  • Wie häufig sind Bareinzahlungen notwendig?
  • Wo soll das Bargeld in erster Linie eingezahlt werden?
  • Fallen regelmäßig viele Münzen an?
  • Was kostet die dafür notwendige Bankkarte?
  • Wie hoch sind die Kosten für beleglose Buchungen?
  • Wie viele Bareinzahlungen sind kostenlos?
  • Wie hoch ist die Gebühr für jede Einzahlung?

Für Gründer ist es sinnvoll, die einzelnen Angebote anhand dieser Kriterien genauer zu durchleuchten und den individuellen Preis zu kalkulieren, um besser vergleichen zu können. 

 

Möglichkeiten für die Bareinzahlungen

So lange sind Bareinzahlungen auf das eigene Konto auch außerhalb der Öffnungszeiten der Banken möglich. Denn Einzahlungen sind nicht mehr nur am Schalter möglich, sondern auch an vielen Self-Service-Automaten. Darüber hinaus bestehen noch weitere Möglichkeiten, wie das Bargeld aufs Konto kommt.

Hinweis: Für die Buchhaltung ist es wichtig, dass die Herkunft des Geldes bei Bareinzahlungen lückenlos belegbar ist. Das erleichtert sowohl den Jahresabschluss als auch etwaige Buchprüfungen. 

  • Self-Service-Terminals

Am bequemsten ist es sicherlich, das Bargeld an einem Bankautomaten einzuzahlen. Er ist rund um die Uhr verfügbar und das Geld steht sofort auf dem Konto zur Verfügung. 

  • Bankschalter

Bei Filialbanken besteht auch die Möglichkeit, Bargeld am Bankschalter einzuzahlen. Da dafür allerdings Bankpersonal notwendig ist, ist dieser Service am kostenintensivsten. Für die Einzahlung von Münzen ist es meist unumgänglich, an den Bankschalter zu gehen.

  • Fremdbank

Die Bareinzahlung über eine Fremdbank heißt auch Barüberweisung. Dabei geht der Unternehmer zu einer fremden Bankfiliale, zahlt am Bankschalter das Bargeld ein und gibt die Kontodaten des Empfängers an, also das eigene Geschäftskonto bei einer anderen Bank. Die Bank nimmt den Geldbetrag entgegen und führt die Überweisung durch. Dabei sind zwei Dinge zu beachten: Zum einen ist das Unternehmen nicht Kunde bei dieser Bank, sodass dafür hohe Gebühren anfallen. Zum anderen sind Banken im Rahmen der Geldwäscheprävention sehr vorsichtig bei Bargeldeinzahlungen von Nicht-Kunden und verlangen schon bei geringeren Beträgen einen Nachweis zur Mittelherkunft.

  • Partnerbank

Insbesondere Direkt- oder Digitalbanken, die gar kein Filialnetz betreiben, bieten ihren Kunden andere Offline-Alternativen an. Sie haben Partner, beispielsweise eine Tankstelle oder die Kasse im Supermarkt, um Bareinzahlungen vorzunehmen. Vereinzelt arbeiten sie auch mit großen Filialbanken zusammen. Kunden können dann im Rahmen dieser Kooperation Bareinzahlungen vornehmen. Allerdings sind auch hier die Gebühren relativ hoch. 

Sowohl die Einzahlung über einen Partner als auch die Einzahlung über Fremdbanken sind relativ teuer. Diese Möglichkeit zu nutzen lohnt sich nicht, wenn regelmäßig Bareinzahlungen notwendig sind. 

Abbildung 1: Pixabay © akuptsova (CC0 Public Domain)